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Nachhaltigkeit in Drensteinfurt

07.09.2025
Drensteinfurt. Die Nachhaltigkeit in Drensteinfurt, einer Stadt im Landkreis Warendorf, zeigt sich in den Daten der Bertelsmann Stiftung und der Statistischen Ämter als ein facettenreiches Thema, das soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet. Im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen spiegeln die Indikatoren von 2006 bis 2023 die Bemühungen der Stadt wider, eine lebenswerte und zukunftsfähige Gemeinschaft zu fördern. Ein zentraler Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit ist die Bekämpfung von Armut. Die SGB II-/SGB XII-Quote, die den Anteil der Menschen in Grundsicherung misst, lag 2006 bei 4,1 Prozent und stieg bis 2023 auf 5,5 Prozent, mit Schwankungen wie einem Tiefpunkt von 4,1 Prozent im Jahr 2021. Kinderarmut bewegte sich zwischen 4,1 und 7,1 Prozent, mit einem Wert von 7,0 Prozent im Jahr 2023, während die Jugendarmut von 3,1 Prozent im Jahr 2015 auf 7,4 Prozent im Jahr 2023 anstieg. Altersarmut blieb relativ niedrig, mit Werten zwischen 1,3 und 2,2 Prozent, was auf eine stabile Versorgung älterer Menschen hinweist. Daten zur Wohnungslosigkeit fehlen, was die Analyse in diesem Bereich einschränkt, aber die vorhandenen Zahlen zeigen, dass soziale Herausforderungen in Drensteinfurt präsent sind, wenn auch in moderatem Ausmaß.



Die Beschäftigungssituation ist ein weiterer Pfeiler der Nachhaltigkeit, insbesondere im Hinblick auf SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum). Die Beschäftigungsquote stieg kontinuierlich von 49,9 Prozent im Jahr 2006 auf 67,0 Prozent im Jahr 2023, ein Zeichen für eine wachsende Erwerbstätigkeit. Besonders ältere Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren waren zunehmend aktiv, mit einer Beschäftigungsquote, die von 28,8 Prozent im Jahr 2006 auf 62,4 Prozent im Jahr 2023 kletterte. Das Verhältnis der Beschäftigungsquote von Frauen zu Männern verbesserte sich von 81,1 Prozent im Jahr 2006 auf 92,9 Prozent im Jahr 2023, was Fortschritte in der Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5) signalisiert. Die Langzeitarbeitslosenquote blieb niedrig und schwankte zwischen 1,1 und 1,8 Prozent, während die Existenzgründungen zwischen 3,7 und 7,3 pro 1.000 Einwohner lagen, mit 5,6 im Jahr 2023. Der Anteil Hochqualifizierter am Arbeitsort wuchs von 5,5 Prozent im Jahr 2006 auf 12,4 Prozent im Jahr 2023, was die Attraktivität der Stadt für Fachkräfte unterstreicht.



Ökologische Nachhaltigkeit, ein Kernstück mehrerer SDGs, zeigt sich in Indikatoren wie der Luftschadstoffbelastung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Die Luftschadstoffbelastung sank deutlich von 15,93 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahr 2010 auf 8,0 Mikrogramm im Jahr 2023, was Fortschritte bei der Luftqualität (SDG 11) verdeutlicht. Der Strom aus erneuerbaren Quellen stieg von 0,3 Kilowatt pro Einwohner im Jahr 2011 auf 1,53 Kilowatt im Jahr 2023, ein Zeichen für den Ausbau erneuerbarer Energien (SDG 7). Die Ladesäuleninfrastruktur für Elektrofahrzeuge wuchs ebenfalls stark, von 0,13 Ladepunkten pro Einwohner im Jahr 2014 auf 1,7 im Jahr 2023, was die Förderung nachhaltiger Mobilität unterstützt. Die Flächeninanspruchnahme stieg leicht von 10,5 Prozent im Jahr 2008 auf 11,9 Prozent im Jahr 2023, während die Flächenneuinanspruchnahme mit Werten zwischen -0,04 und 0,27 Prozent relativ gering blieb, was auf ein bemühtes Flächenmanagement hinweist. Naherholungsflächen wuchsen von 26,72 Quadratmetern pro Einwohner im Jahr 2008 auf 78,16 Quadratmeter im Jahr 2023, was die Lebensqualität und den Zugang zu Grünflächen (SDG 11) stärkt.



Die Grundversorgung, ein Aspekt von SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), zeigt eine gute Erreichbarkeit: 2021 waren Apotheken im Durchschnitt 981 Meter, Hausärzte 964 Meter und Krankenhäuser 10,98 Minuten entfernt. Die Wohnfläche pro Person stieg von 44,4 Quadratmetern im Jahr 2006 auf 51,8 Quadratmeter im Jahr 2023, was auf verbesserte Wohnbedingungen hinweist. Der Trinkwasserverbrauch lag 2022 und 2023 bei 102,9 Litern pro Einwohner und Tag, ein moderater Wert, der auf ein bewusstes Ressourcenmanagement schließen lässt (SDG 6). Die Kinderbetreuung, relevant für SDG 4 (hochwertige Bildung), zeigte Fortschritte: Der Anteil der unter 3-Jährigen in Tageseinrichtungen stieg von 18,6 Prozent im Jahr 2008 auf 30,3 Prozent im Jahr 2023, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert.



Regionale Initiativen unterstreichen die Bemühungen um Nachhaltigkeit. Der Kreis Warendorf, zu dem Drensteinfurt gehört, engagiert sich im Klimaschutz, etwa durch die Teilnahme am European Energy Award und die Entwicklung eines Klimafolgenanpassungskonzepts, das 2024 startete und bis 2026 läuft. Maßnahmen wie die Förderung nachhaltiger Mobilität, energetische Sanierungen und die kostenlose Sperrmüllabgabe am Wertstoffhof ab 2024 zeigen, dass ökologische und soziale Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Drensteinfurt selbst setzt auf Projekte wie den barrierefreien Ausbau der Wagenfeldstraße und die neue Kita am Göttendorfer Weg, die die Lebensqualität weiter steigern.



Die Daten zeichnen Drensteinfurt als eine Stadt, die in vielen Bereichen Fortschritte bei der Umsetzung der SDGs macht, von der Reduktion von Armut über die Förderung der Beschäftigung bis hin zu ökologischen Verbesserungen. Herausforderungen wie die Kinder- und Jugendarmut bleiben bestehen, doch die positiven Entwicklungen, etwa in der Luftqualität, der Energieversorgung und der Grundversorgung, zeigen ein klares Engagement für eine nachhaltige Zukunft. Die Zahlen, gepaart mit regionalen Initiativen, bieten einen detaillierten Einblick in die Anstrengungen der Stadt, ohne spekulativ zu werden, und unterstreichen die Bedeutung einer kontinuierlichen Weiterentwicklung im Sinne der SDGs.





Zahlenbasis: www.wegweiser-kommune.de öffnen (externer Link, Gültig am 07.09.2025)

 Eigenbericht

 Quelle 12

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